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10.7.2009 – Catl + Bradleyboy – Dakota Tavern, Toronto, ON

7. Dezember 2009

Das Dakota Tavern stand auch auf meiner Empfehlungsliste, allerdings keine “must see” Band. Als dann andere Pläne kurzfristig ins Wasser fielen, hab ich mir das Programm für den Freitag angeschaut. Beide Namen sagten mir natürlich nichts, aber ein kurzer Aufenthalt im Internet überzeugte mich von den musikalischen Qualitäten von Bradleyboy – also nix wie hin.

Da ich noch kein vernünftiges Essen und schließlich gelernt hatte, das man in Toronto pünktlich ist, war ich kurz nach 9 im Laden – und so ungefähr der erste. Ich verspeiste einen Dakota Burger (Reinfall! Nix essen, nur Musik hören in dieser Kneipe) und so kurz nach 10 waren immer noch wenige Gäste da – und die Musiker bauten noch in aller Seelenruhe auf.

Um kurz nach halb 11 dann kurzer Soundcheck vor Publikum und danach legten Catl los. Eine 2-Mann-und-eine-Frau-Band. Der Sänger und Gitarritst ein schlaksiger Kerl im stylishen Anzug mit schmaler Krawatte und Hut, der Schlagzeuger Marke bärtiger kanadischer Hinterwäldler und dazu (un)passend ein Mädel in Wochenendausgehmontur (kurzes Schwarzes und Cowboystiefel) an Orgel, Gesang und Perkussion. Die hauten dann in der nächsten Stunde ein Wahnsinnsset raus, die Musik ein knarziges und schnelles Blues-Rock-Gemisch. Die halbakustische Gitarre mit dick Verzerrer gerne auch mal als Slide gespielt, untermalt von einem Powerschlagzeug und schweren Orgelriffs, der Gesang mit viel Verzerrung durch ein altes Mikro – Klasse. Mittlerweile hatte sich der Laden auch gut gefüllt, etwa hundert Leute waren gekommen, darunter (im Vergleich zu deutschem Publikum bei dieser Art Musik) auffallend viele junge Leute und Mädels.

Nach kurzer Pause übernahm Bradleyboy. Dies ist eine One Man Band, “Bassdrum” (= ein kleiner alter Lederkoffer, in den ein Mikro versenkt wird), Hihat mit aufgestecktem Tamburin, Gitarre (akustisch, und elektrisch, auch mal ein Banjo) plus Gesang und fertig. Aber was für ein Gesang, der Mann hat eine eindrucksvolle Stimme, die sich gut gegen den Bargeräuschpegel durchsetzen kann (und eine dreckige Lache). Wieder ein Gemisch aus Blues, Rock, ein wenig Folk und einer gehörigen Portion Wahnsinn – insgesamt etwas gemächlicher als Catl.

Nach zwei Stunden war mein Eindruck “feiner Abend”. Doch dann begannen Catl noch einen zweiten Set und jetzt waren alle Dämme im Publikum gebrochen – Party war angesagt, der halbe Laden stand tanzend vor der Bühne und feierte ausgelassen. Und die Band (vor allem der Sänger) verausgabten sich restlos. Danach war immer noch nicht Schluss, es folgte ein zweiter Set von Bradleyboy, die Party hörte nicht auf (auch er hatte ich für den Nachschlag die fetzigeren Sachen aufgehoben) obwohl sich das Publikum gegen Ende zu lichten begann, es war schließlich schon spät. Schluss war dann gegen halb drei, vier Stunden Wahnsinnsmusik für lau (als ich kam war die Kasse noch nicht aufgestellt :-) ), was will man mehr an einem Freitagabend.

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