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9.7.2009 – Corin Raymond & The Sundowners – Cameron House, Toronto, Canada

7. Dezember 2009

10 Tage in Toronto müssen natürlich auch für die Musik genutzt werden. Diese early show (18:00 – 20:00) wurde mir empfohlen, also besuchte ich das (übrigens auch im Reiseführer erwähnte) Cameron House. Dies ist eine urige Eckkneipe an der Queens Street, mitten im wirbelnden Leben gelegen. Der Bau ist relativ alt, der Auftritt fand im Front Room statt, ein gemütlicher Raum mit Bar im Stil der (geschätzt) 40er Jahre.

Zunächst musste ich lernen, das 18 Uhr in Kanada wohl auch 18 Uhr bedeutet (anders als in Europa, da würde es für “Wir fangen nicht vor 19 Uhr an und möchten vorher viele Getränke an den Mann bringen” stehen). Als ich gegen viertel nach sechs eintrudelte, hatte Corin schon angefangen. Ich angelte mir einen guten Platz an der Bar und harrte der Dinge die da kamen.

Auf der Bühne stand eine 4-köpfige Band, neben Corin Raymond der erstklassige Gitarrist David Baxter (auch an Mandoline und Gesang), Treasa Levasseur (Akkordeon, Piano, Mandoline, Gesang) und Brian Kobayakawa am Standbass. Sie konnten sich in dieser Besetzung gegen den natürlich in einer Kneipe herrschenden Geräuschpegel durchsetzen (ein Mädel feierte sogar ihren Geburtstag). Anders als in Europa erlebt ging das Publikum aber trotz Unterhaltung mit, an den richtigen Stellen war man leise und die Gassenhauer wurden mitgesungen. Die Atmosphäre war insgesamt schön locker.

Nach etwa einer Stunde gab es eine halbstündige Pause. Diese wurde von Corin intensiv zum Gespräch mit den Zuhörern genutzt. Anscheinend kannte er gut 80 % der Anwesenden, aber auch die “Neuen” wurden begrüßt und nach ihrer Meinung zur Show gefragt. Das ist sicherlich eine sehr gute Methode zum Aufbau einer Fanbasis (übrigens spielt er fast jeden Donnerstag in dieser Kneipe, da entsteht dann natürlich auch eine Szene).

Zum Schluss folgte noch ein halbstündiger zweiter Set, in dem auch David und Treasa bei einigen Liedern den Gesang übernahmen – zum Teil der Not geschuldet da bei Corin eine Saite gerissen war und er ziemlich lange auf der Suche nach Ersatz durch den Raum irrte. Der Applaus war sehr gut, seltsamerweise gab es aber keine Zugabe (vielleicht weil die meisten eh nächsten Donnerstag wieder da sind). Ich kaufte noch eine CD, den abschließenden “Chicken Toss” hab ich dann sausen lassen.

Chicken Toss? Ein von der Gruppe (nehme ich mal an, vielleicht auch der Kneipe) gepflegter Brauch. Ein Gummihuhn muss aus 21 Fuß Entfernung in einen Eimer geworfen werden. Der Wurf kostet einen Dollar, wer in den Eimer trifft gewinnt den Pott. Ist bestimmt früher im Wilden Westen mit richtigen toten Hühnern gespielt worden.

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