Mit ‘Jason Lytle’ getaggte Artikel

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24.5.2009 – Jason Lytle – Werkstatt, Köln

10. September 2009

Konzerte im heißen Mai – wirklich nicht der Bringer. Auch diemal nur relativ wenig Zuschauer, der Negativrekord vom letzten Donnerstag war aber nicht gefährdet.

Ich hatte mich sehr auf diesen Termin gefreut – Grandaddy gehörten immer zu meinen Lieblingsbands, trotz oder gerade wegen der zuckersüßen Melodien. Die Musik schien sich nach den vorab gehörten Stücken nicht wesentlich geändert zu haben, also bestand Grund zur Vorfreude.

Das Konzert hielt den Erwartungen dann leider nicht stand. Zunächst einmal geht der Preis für den dämlichsten Bühnenaufbau an Jason. Im Hintergrund Schlagzeug, geschenkt. Links der Bassist, ok. Der Gitarrist zentral vorne, gut. Keyboards dann leicht schräg an der rechten Seite. Aber: Jason spielte zusätzlich zu den Keyboards auch Gitarre. Dazu musste er sich dann in einen schmalen Spalt rechts vom Keyboard quetschen, wo das Mikro aufgebaut war. Dabei stolperte er dann fast über die Effektgeräte, aber das war bisher noch sein Problem. Erschwerend kam hinzu, das der Gitarrist sich ab und an hinters Keyboard setzte. Dazu musste er dann eine Lücke zwischen Keyboard und Verstärker bezwingen, wenn das geschafft war musste er eine leicht schräge Haltung annehmen, da ja links hinter ihm Jason sich ans Mikro zwängte. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, das 90% der Bühne nach links in diesen Momenten frei und leer waren.

Anfangs war das ja noch amüsant, aber allmählich nervten die aufwändigen und lange dauernden Instrumentenwechsel. Dazu kam dann die Musik, die zwischen den Stücken von CD eingespielt wurde. Dies war leise Pianomusik, auch hier anfangs noch ok, aber sie wurde grundsätzlich zwischen allen Liedern gespielt und es handelte sich subjektiv um genau ein Stück. Nach einiger Zeit war auch das ein enormer Nervfaktor.

Beides zusammen verhinderte erfoglreich den Fluss im Konzert. Es handelte sich letztlich um Aufführungen von Einzelstücken mit teils minutenlangen Pausen. So konnte man sich nach dem Applaus stets beruhigen und etwaige Hochgefühle wieder versickern lassen. Jason Lytle musste das Publikum nahezu bei jedem Stück wieder von vorne abholen. Und daher muss ich das Konzert leider trotz einiger guter Stücke unter “geht so” bis “musste nicht sein” ablegen.

Noch ein Wort zum Repertoire: Es wurden beinahe ausschließlich die neuen Stücke gespielt, es gab nur zwei oder drei alte “Grandaddys”. Es fehlten also ziemlich viele Hits, die das Publikum sicher mitgerissen hätten. Grundsätzlich finde ich diese Auswahl in Ordnung und mutig, aber im Rahmen dieses Konzerts erwies sich das letztlich als weitere Spaßbremse.

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