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20.1.2009 – Greg Dulli & Mark Lanegan – Muziekodroom, Hasselt, Belgien

5. Februar 2009

Im Dezember hatte ich mich noch geärgert. Nach der Ankündigung im Newsletter hatte ich ein paar Tage gezögert, wollte mir dann ein Ticket bestellen – uitverkocht. Glücklicherweise habe ich aber den Button mit der Aufschrift “Warteliste” gedrückt und konnte so vormittags noch ein Ticket für das Konzert am Abend ergattern.

Die Vorfreude war dann sehr groß – die Ankündigung versprach einen schönen Abend: Dulli und Lanegan in einem “intimate setting” – hörte sich nach unplugged an. Und das war es dann auch. Der Saal war bestuhlt, ich schätze es waren 500-600 Leute da. Wer früh kommt sitzt gut, daher konnte ich einen Platz ziemlich mittig so in der 8. oder 9. Reihe ergattern. Auf der Bühne drei Stühle, zwei Gitarren, ein Piano von der elektrischen Sorte und ein paar Mikros, fertig.

Dann betraten die Protagonisten die Bühne. Dulli packte sich eine Gitarre, Lanegan getreu dem alten Motto “Sänger ist der, der kein Instrument spielen kann” nicht und als dritter Mann setzte sich Dave Rosser auf die Bühne und steuerte schönes Gitarrenspiel und Harmoniegesang bei – später durfte er auch ein Stück singen. Und vom ersten Knödeln Lanegans war es um mich geschehen – wo nimmt der nur die Stimme her? Die meisten Stücke kannte ich eher vage, die CD Saturnalia hatte ich 2008 zwar gekauft und als ganz gut eingestuft, aber nur ein- oder zweimal gehört. Wenn die Produktion im Rahmen dieses Konzertes gewesen wäre, also zurückgenommen und akustisch, wäre sie wahrscheinlich der Hammer gewesen. Nach dem Konzert hab ich sie wieder rausgekramt und gehört und reihe sie nachträglich in die Top Five 2008 ein.

Im Ganzen war das Konzert gut geeignet für alte Leute wie mich: wenig Bewegung (nur einmal wanderte Dulli für ein paar Stücke zum Piano und wieder zurück), kein Gerede zwischen den Stücken bis auf ein gelegentliches “Thank You” und ganz zu Anfang den unvermeidlichen politischen Kommentar (schließlich war der 20.1., da ging das nicht anders): “It took us 8 years to say this – we’re from the United States”. Nach etwas über einer Stunde Schluss, eine Minute Applaus und dann die planmäßige Zugabe. Ziemlich lang (5 oder 6 Stücke) und sogar gemessen am vorherigen Verlauf des Abends uferloses Gerede von Greg Dulli (der Knödler schweigt, klaro). Und wer dann zum Schluß ungeniert hintereinander “Dream, Dream, Dream” (Everly Brothers) und “I Get A Kick Out Of You” (Cole Porter und Millionen anderer inkl. Sinatra) covert, der kann nichts falsch machen. Der alte Mann war jedenfalls gerührt und restlos zufrieden.

Die Messlatte für das Konzert des Jahres 2009 wurde schon früh sehr hoch gelegt – mal sehen welcher Sergei Bubka der Rockmusik diese Höhe im Verlauf des Jahres toppen kann.

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