Mit ‘Niels Frevert’ getaggte Artikel

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3.4.2009 – Niels Frevert – Kulturkirche, Köln

4. Mai 2009

Nach dem Solokonzert im Januar war ich neugierig auf die “großes Kino” – Versionen der Songs mit Band und Streichern, vor allem die des neuen Albums. Also fuhr ich nach Köln in die Kulturkirche, tatsächlich eine ehemalige Kirche, jetzt zum Veranstaltungszentrum umgewidmet. Und damit sind wir schon bei einem Problem: Kirchen hallen natürlich, das passt gut bei Orgel und Chor, das passt meist weniger gut zu anderer Musik. Und tatsächlich funktionierte der Ort nur bei einem Teil der Stücke, am besten bei den ruhigen neuen, die ja auch auf CD mit Streichern arbeiten. Bei eher lauten alten Stücken mit der ganzen Band geriet das doch zu einem eher breiigen Sound, insbesondere die Stimmverständlichkeit ging dann gegen Null.

Und auch der Ehrgeiz von Niels, einige ältere Stücke im Arrangement an den Rahmen anzupassen, funktionierte nicht so richtig. Insbesondere (subjektiv) “Seltsam öffne mich” war alles andere als eine angemessene Interpretation. Aber es rutscht jetzt sehr ins Negative ab, es gibt auch gute Dinge zu berichten.

Die Band war gut, besonders gefiel mir der Bassist – sein Instrument sah so aus als wäre es schon in den 50ern nicht neu gewesen. Prima auch der Multiinstrumentalist an (u.a.) Vibraphon und Trompete. Vor allem die neuen Stücke wurden sehr gut gespielt. Das Publikum fraß Niels aus der Hand, dementsprechend herrschte eine tolle Stimmung. Gleich zu Beginn “Tiefkühltruhe”, eines meiner Lieblingsstücke, und die Wahnsinnsversion des “größten Hits, aber auch größten Flops” (“Du musst zu Hause sein”, der absolute Spagat zwischen kritisch-ironischem Text und totaler Schnulze) im Breitwandarrangement mit toller Calexico-Trompete war schon einen guten Teil des Eintritts wert.

Zusammenfassend ergibt sich also ein ambivalentes Bild, bei dem die guten Seiten letztendlich überwogen. Es war kein Flop, aber irgendwie stellte sich auch nicht die Atmosphäre des Soloauftritts ein, bei dem mir auch die hier fehlenden Geschichten zwischen den Stücken gut gefallen hatten. Also ergibt sich vorläufig ein knappes 1:0 für den Solo-Niels.

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28.2.2009 – Niels Frevert – Malteserkeller, Aachen

15. März 2009

Nach fast 30 Jahren wieder in den “legendären” Malteserkeller – was tut man nicht alles für die Musik. Es war ziemlich voll, aber die allgemeine Scheu vor der Bühne (Wo kommt die eigentlich her? Das ist irgendwann mal einen eigenen Artikel wert) sorgte dafür, dass ich noch problemlos einen Platz ganz vorne fand und damit zu den ca. 30 Privilegierten gehörte, die nicht nur hören, sondern auch sehen konnten. So eine verwinkelte Kellerarchitektur hat schon was…

Der Abend wurde von Christoph Wegner (“Paul Dimmer Band solo”) eröffnet. Bisher hatte ich mich mit seiner/deren Musik nicht auseinandergesetzt, aber die halbe Stunde hat mich überzeugt. Ruhige, melancholisch gefärbte Musik (“Ich mach ja so was wie Aschermittwochsmusik”) dargeboten auf der elektrischen Gitarre und ca. 1,50 m Effektgeräten (“Das wirkt so maschinenhaft hier auf der Bühne, gar nicht sinnlich, muss aber sein”). Sehr schöne Stücke, die auch vom Publikum recht gut aufgenommen wurden.

Der Hauptakteur des Abends war natürlich Niels Frevert. Auch dessen Werk kannte ich vorher nur sehr bruchstückhaft, auch er solo mit Gitarre – mal akustisch und mal elektrisch, aber mit wesentlich weniger Effekten. Er begann mit einigen Stücken aus dem neuen Album. Und ein so tolles Stück wie Baukran direkt am Anfang zu spielen – hmmm, das muss man sich leisten können. Es folgte noch reichlich mir Unbekanntes aus dem früheren Werk, die anderen Zuhörer waren da deutlich repertoirefester als ich. Das Konzert wurde auch mit vielen Erzählungen gewürzt, dabei sehr gelungen die Anekdote mit dem weiblichen Kegelclub im Subrosa. Das war eine sehr elegante Spitze gegen einige “Quatscher”, die dann auch wesentlich ruhiger wurden.

Alles in allem ein sehr sympathischer Auftritt, der mir gut gefallen hat. Ich werde wenn es klappt Anfang April nach Köln fahren, um sein Programm dann noch mal in der “Großes Kino – Version” mit Band und Streichquartett zu genießen. Und bis dahin höre ich mir die erstandenen CDs oft genug an, um dann auch mitsingen zu können.

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