Mit ‘Oliver Minck Erfahrung’ getaggte Artikel

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24.6.2009 – 1. Schlaraffentag, Stadtgarten, Köln

9. Januar 2010

Deutsche Musik im Fünferpack für kleines Geld – die Entscheidung nach Köln zu fahren fiel leicht.

Roland Meyer de Voltaire machte den Auftakt, den habe ich dann wegen vorsichtiger Spätanreise verpasst. Da ich auch noch keinen Ton von ihm bzw. seiner Band Voltaire gehört habe, kann ich nicht beurteilen, ob ich da etwas verpasst habe.

Als zweiter auf der Auftrittsliste stand Philipp Süß mit Band unter dem Namen Philipp Süß oder so. Wieder ein neuer Name für mich, der Auftritt überzeugte aber durchaus. Im wesentlichen bot er klassischen Liedermacher-Stoff, Texte und Vortrag erinnerten mich sehr an klassische Vertreter dieser Zunft. Die Begleitung (Cahon und Fagott) setzte sehr schöne Akzente, besonders das Blasinstrument fiel dabei positiv auf. Die junge Dame spielte schöne Soli und diente nebenbei als Ersatz für den Bass.

Zur Halbzeit ein halbstündiger Set der Oliver Minck Erfahrung. Wie schon im Blue Shell schöne Musik mit tollen Texten, die (auch nach Selbsteinschätzung) manchmal das Depressometer durchbrennen lassen. Wieder war “Frustrierter Typ” der Höhepunkt des Set, ich bin gespannt ob Thees Uhlmann auch in der endgültigen Version auf der neuen CD erwähnt werden wird.

Danach dann die Überraschung des Abends. Völlig unvorbereitet traf mich der Auftritt von Halbwolf und ich musste erstmal staunend verarbeiten was da geboten wurde. Die Band besteht aus 5 Leuten: Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboards, Gesang. Damit wird ein Heidenlärm irgendwo zwischen Punk, Metal und Progrock veranstaltet. Der Gitarrist haut Riffs und Soli aus der Prog- und Metalecke raus, Bass und Schlagzeug liefern die stoische Grundlage, ein Umhängekeybord(!) – hab ich zum letzten Mal in den 80ern bei Nena gesehen, ist sowas überhaupt noch erlaubt? – und dazu der Gute-Laune-Bär-Sänger, der seine Texte in Punkmanier raushaut und nach den Stücken mit einem lausbübischen Grinsen im Gesicht auf der Bühne steht als ob er fragen wollte “Na, haben wir das nicht fein gemacht?”. Toller Auftritt, an diesem Abend völlig aus dem Rahmen fallend und unbedingt die weitere Beobachtung wert.

Zum Schluss dann der – zumindestens nach Dramaturgie geplante – Höhepunkt des Abends: Gisbert zu Knyphausen. Mit voller Band auftretend hatte der Auftritt einen nicht erwarteten Druck, erst in der Mitte wurden ein paar Stücke solo dargeboten und damit meine unterschwellige Erwartungshaltung etwas mehr bedient. Er spielte ein volles 90-Minuten-Set, das allerdings wegen der vorgerückten Stunde irgendwie nicht mehr meine ungeteilte Aufmerksamkeit fand. Insgesamt durchaus gut, den würde ich gerne nochmal im kleineren Rahmen sehen.

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13.5.2009 – Saender + Die Oliver Minck Erfahrung + Neuser – Blue Shell, Köln

22. Juni 2009

Im Rahmen der Feierlichkeiten des 30 jährigen Blue Shell-Jubiläums gab es zur Wochenmitte dieses Paket aus den zwei Bands des Songpark-Labels und Oliver Minck mit seinem Soloprojekt zu sehen.

Zunächst betrat Saender die Bühne. Der Set begann verhalten und etwas nervös solo, erst nach und nach entspannte er sich etwas. Dazu trug vielleicht auch die Unterstützung durch die Band bei, die bei den letzten Stücken zur Unterstützung die Bühne betrat. Dadurch wurde der Sound breiter und griffiger, die Nervosität verschwand und zum Ende rockte es ganz ordentlich im 80er-Jahre-Sound (als musikalische Vergleiche werden immer wieder New Order und Cure herangezogen, dies hört man auch deutlich heraus).

Danach folgte der Auftritt von Oliver Minck (mit Gitarre, nicht wie von Wolke gewohnt am Bass), er wurde von Friedemann Weise am Schlagzeug unterstützt. Er spielte ungefähr eine halbe Stunde und bot einen ersten Eindruck auf das entstehende Album der “Oliver Minck Erfahrung”. Im Grunde entfernt er sich nicht allzu weit von seinen musikalischen Wurzeln bei Wolke. Die Arrangements klingen durch die andere Instrumentierung etwas anders, die Texte sind gewohnt brillant. Neben den von der Myspace-Seite bekannten Stücken gefiel mir insbesondere das Stück “Frustrierter Typ” (Titel ist geraten), in dem er mit dem Indie-Umfeld abrechnet.

Zum Abschluss dann Henning Neuser (schon zuvor als Gitarrist bei Saender aktiv) mit seiner Band. Mir zuvor völlig unbekannt spielte die Band handfeste Gute-Laune-Stücke, das Publikum kannte die Lieder und ging begeistert mit (halt ein Heimspiel). Es gefiel mir so gut, dass ich trotz der späten Stunde bis zum Ende blieb und dann noch ein CD-Paket erstand.

Es war ein sehr schöner Abend mit kleinen deutschen Bands, den ich jederzeit und gerne wiederholen würde.

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