Nach fast 30 Jahren wieder in den “legendären” Malteserkeller – was tut man nicht alles für die Musik. Es war ziemlich voll, aber die allgemeine Scheu vor der Bühne (Wo kommt die eigentlich her? Das ist irgendwann mal einen eigenen Artikel wert) sorgte dafür, dass ich noch problemlos einen Platz ganz vorne fand und damit zu den ca. 30 Privilegierten gehörte, die nicht nur hören, sondern auch sehen konnten. So eine verwinkelte Kellerarchitektur hat schon was…
Der Abend wurde von Christoph Wegner (“Paul Dimmer Band solo”) eröffnet. Bisher hatte ich mich mit seiner/deren Musik nicht auseinandergesetzt, aber die halbe Stunde hat mich überzeugt. Ruhige, melancholisch gefärbte Musik (“Ich mach ja so was wie Aschermittwochsmusik”) dargeboten auf der elektrischen Gitarre und ca. 1,50 m Effektgeräten (“Das wirkt so maschinenhaft hier auf der Bühne, gar nicht sinnlich, muss aber sein”). Sehr schöne Stücke, die auch vom Publikum recht gut aufgenommen wurden.
Der Hauptakteur des Abends war natürlich Niels Frevert. Auch dessen Werk kannte ich vorher nur sehr bruchstückhaft, auch er solo mit Gitarre – mal akustisch und mal elektrisch, aber mit wesentlich weniger Effekten. Er begann mit einigen Stücken aus dem neuen Album. Und ein so tolles Stück wie Baukran direkt am Anfang zu spielen – hmmm, das muss man sich leisten können. Es folgte noch reichlich mir Unbekanntes aus dem früheren Werk, die anderen Zuhörer waren da deutlich repertoirefester als ich. Das Konzert wurde auch mit vielen Erzählungen gewürzt, dabei sehr gelungen die Anekdote mit dem weiblichen Kegelclub im Subrosa. Das war eine sehr elegante Spitze gegen einige “Quatscher”, die dann auch wesentlich ruhiger wurden.
Alles in allem ein sehr sympathischer Auftritt, der mir gut gefallen hat. Ich werde wenn es klappt Anfang April nach Köln fahren, um sein Programm dann noch mal in der “Großes Kino – Version” mit Band und Streichquartett zu genießen. Und bis dahin höre ich mir die erstandenen CDs oft genug an, um dann auch mitsingen zu können.
