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11.7.2009 – Steve Earle – Massey Hall, Toronto, ON

9. Dezember 2009

Nach einem späten Frühstück (siehe hier) entschloss ich mich zu einem Stadtbummel Downtown. Dabei wollte ich mir dann auch die legendäre Konzerthalle Torontos ansehen – die Massey Hall. Wer hier nicht schon alles gespielt hat, Stars aus Rock (Neil Young), Jazz (Miles Davis) und Klassik (Glen Gould) haben sich hier schon verewigt. Die Halle selber sieht von außen eher unspektakulär aus: ein rotes Backsteingebäude ohne Fenster, dafür mit reichlich Treppen verziert (ob die “original” oder modernen Brandschutzbestimmungen zu verdanken sind weiß ich nicht). Dann fiel mein Blick auf die Tafel mit den Konzertankündigungen – Neko Case am 14., Mist, da bin ich schon wieder im Flieger. Steve Earle am 11. – Moment, am 11.? Das ist doch heute…

Ich war zunächst etwas unentschlossen und genehmigte mir noch 20 Minuten Bedenkzeit, dann war die Karte gekauft und so langsam stellte sich die Vorfreude ein. Abends konnte ich die Halle dann auch von innen bewundern, vom Stil her mit einem riesigen Kino vergleichbar. Es gab auch Kinositze (geschätzt 60er Jahre) im Innenraum, darüber noch zwei Galerien die drei Seiten der Halle einnehmen. Vorne dann eine wahrhaft riesige Bühne, die problemlos die Aufführung von Massenszenen ermöglicht. Keine mir bekannte Band kann diesen Platz auch nur ansatzweise füllen. So fiel die wahrhaft spartanische Ausstattung der Bühne (Tisch, Mikro, ein einsamer Verstärker) natürlich noch mehr ins Auge.

Doch alle Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines Solo-Sets vor vielleicht 1.500 Zuschauern (unten voll, erste Galerie gut gefüllt, zweite Galerie geschlossen) wurden von Steve zerstreut. Er fesselte die Zuhörer von Anfang an und der Sound in der Halle war wirklich erstklassig. Am Anfang drohte das Konzert ein wenig in eine Kasperlenummer abzudriften, nach jedem Stück brachte der Gitarrentechniker ein frisch gestimmtes Instrument und verließ die Bühne wieder, dies gab sich jedoch glücklicherweise nach einigen Stücken, Steve spielte dann den Rest der Show ohne diese störenden Einlagen. Er stellte im wesentlichen sein aktuelles Album mit Townes van Zandt – Stücken vor, dazu erzählte er auch jede Menge Geschichten die er mit Townes erlebt hatte.

Dieser sehr schöne und ruhige Abend bildete dann den Abschluss meiner Konzerterlebnisse in Toronto.

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