Ein “Lunchpauzeconcert” – das vorher noch nie gehörte Konzept machte mich neugierig, die Musiker hatte ich schon mal gehört (zumindestens von ihnen gehört) und die Entfernung war für ein Konzert während der Mittagspause auch nicht zu weit – also hin.
Das tatsächliche Konzert wich dann doch von der Vorstellung etwas ab. Eigentlich hatte ich mir einen Auftritt im Restaurant vorgestellt, bei dem man nebenbei etwas essen kann (oder umgekehrt, je nach Vorliebe). Das Restaurant war aber nebenan und das Konzert fand in einem eigenen Raum statt. Das Ambiente war eher ungemütlich – der Saal ist wohl hauptsächlich für Filmvorführungen gedacht, eine ansteigende Zuschauertribüne, nicht zugezogene Fenster und keine Beleuchtung, dazu noch Schmuddelwetter – es wollte sich kein echtes Konzertgefühl einstellen. Zuschauer waren eigentlich reichlich da, allerdings wohl auch eher “unerfahrene”, einer beschwerte sich über die Lautstärke, die ich eigentlich angemessen fand (ich habe sonst fast immer meine Ohrstöpsel dabei, die diesmal definitiv nicht nötig waren).
Sue van Rens war offensichtlich auch nervös, ein Auftritt um diese Zeit in solch einer Umgebung war für sie anscheinend ungewohnt. Und so vergaß sie dann prompt beim ersten Stück den Text, musste in ihrer Mappe suchen und dann noch mal anfangen. Das ist ja eigentlich nicht so schlimm, aber ich hörte einige negative Kommentare. Und so richtig kam sie dann auch nicht mehr in Schwung. Es folgte noch der Lautstärkezwischenfall, der sie auch wieder aus dem Tritt brachte weil der Techniker nachjustieren musste. Das war sehr schade, das Konzept Mittagspause = kurzer Auftritt kam ihr so richtig in die Quere. Begleitet wurde sie von Alex Akela, den ich schon einige Male mit Vanessa Peters gesehen hatte (zuletzt vor ein paar Wochen). Neben Violine und Mandoline spielte er diesmal auch Gitarre und durfte ein eigenes Stück singen.
Die Musik fand ich eigentlich gar nicht schlecht, insgesamt war das Konzert aber eher mau. Diesen Auftritt hake ich unter der Rubrik “nicht so gelungen” ab, wenn Sue noch mal im tiefen Süden spielt gehe ich aber sicher hin und gebe ihr eine zweite Chance.
